Ja, was soll ich sagen,
über den Unterricht gibt nix neues zu berichten. War genauso so lustig und locker wie gestern.
Heute Abend war ich dann zusammen mit Betina (die Deutsche) “Rock-climbing”.
Wir haben uns um 17 Uhr getroffen und sind dann langsam zum Kliff gegangen. Ich wusste ja wo es her geht (Entdeckungstour am Samstag). als wir dann endlich die richtige Gruppe gefunden haben, hier hat jede Uni ihr eigenes climbing team, mussten wir noch etwas auf die anderen warten und ham uns ein Bisschen mit dem Instructor unterhalten. Nicht zu vergessen, den Sonnenuntergang, den wir in der Zeit geboten bekamen.
Als dann die Anderen endlich da waren und somit die Einweisung beginnen konnte, hat auch prompt angefangen zu regnen
Also mussten wir uns erstmal wieder unterstellen und abwarten ob es wieder aufhört oder nicht.
Zum Glück war es nur ein sehr kurzer Schauer, sodass unserem Klettererlebnis nichts mehr in Wege stand.
unsere Gruppe bestand aus 9 Personen (Franzosen, Venezolanern, Japanern und uns Deutschen).
Es gab insgesamt 4 Seile, aber nur 2 Routen. Eine Route war “relativ” einfach und die andere “etwas” schwerer (is keiner hochgekommen
. Es wollten natürlich alle zur einfachen Route. Da ich keine Lust hatte zu warten hab ich dann halt mal mit der schwereren angefangen. :-p
Bei mir waren noch die beiden Japanerinnen. Ich bin also geklettert und die waren fürs Sichern zuständig. Eine als Hauptverantwortliche und die Andere als Backup, falls die Eine mal nicht aufpasst. Komisch an der Sache war nur: Ich bin über 1,80m groß und ziemlich schwer (Gewicht wird hier natürlich nicht verraten
. Die Japanerin, die mich gesichert hat, war dagegen keine knapp 1,50m und wog ungefähr die Hälfte von mir. Ob die mich wohl halten kann ???
Ich muss zugeben, ein Bisschen mulmig war mir anfangs schon ob dieser nicht ganz glücklichen Kombination. Aber zum Glück war die sichernde Person am Geländer festgebunden. Also hab ichs mal gewagt.
Ging auch ziemlich gut, bis ungefähr zur Hälfte der Strecke. (Höhe der Wand: ca 20m)
Aber dann kam ne Stelle, an der hab ich ungefähr 15 min rumgeturnt. Der Instructor hat immer gerufen:
“Your left arm further left, further left, there is a wedge, to reach!”
Aber ich hatte den Arm schon komplett ausgefahren und kam nicht dran. Hab ihm also geantwortet:
“Can’t, reach it, its too far”.
Das Spiel ging wie gesagt ca ne viertel Stunde so. Dann is mir die Kraft in den Fingern ausgegangen und ich bin abgeschmiert.
Zum Glück hat, allen Bedenken zum Trotz, das Sichern sichern auch geklappt. Sonst hätte es weh getan
Dann haben die beiden Japanerinnen nacheinander ihr Glück versucht und ich habe gesichert. Die 1. (größere von Beiden) hat sich gar nicht mal so schlecht geschlagen, musste aber dann auch aufgeben.
Die Andere war viel zu schwach um auch nur annähernd vom Boden weg zu kommen. Außerdem hatte sie wie sich herausstellte Höhenangst. Obwohl sie nur 2 m über dem Boden war, hat die jedes mal, wenn sie dachte sie fällt (und meistens auch gefallen ist) geschrien wie am Spieß.
Das war vielleicht ein Schauspiel, einer der Instructoren stand neben mir, wir haben Tränen gelacht. Nebenbei habe ich dann noch erfahren, dass die hier jeden Mittwoch klettern und es ab dem 2. mal nicht mehr 25 sondern nur noch 15 $ kostet
Nachdem die Japanerin wieder unten war und sich entschieden hatte zur leichteren Wand zu wechseln, hatte ich mich genügend erholt um einen 2. Versuch zu wagen. Aber es hat nicht sollen sein, ich bin wieder an der gleichen Stelle, nach dem gleichen Spielchen wie zuvor abgegangen.
Dann kamen die Franzosen (übrigens sehr sympathische Leute, waren nämlich auch Bauingenieure, aber noch im Studium
und haben es versucht. Da hab ich dann beim Sichern geholfen. Dreimal dürft ihr raten, wo die abgeschmiert sind. Richtig, an der gleichen Stelle wie ich
Nachdem ich wieder Kraft in den Händen hatte, bin ich auch zur leichteren Route gegangen. Nach etwas Wartezeit (Sichern) hab ich mich dann da an den Aufstieg begeben (die Große Japanern war schon in der Wand). Somit kam es zu dieser Bilderserie: “Fangen mal etwas anders”
Nachdem der Weg dann frei war, gabs kein halten mehr, ab hintern Busch und hoch zum Gipfel. Aber das war gar nicht so einfach, denn die letzte Stelle an der ich Halt hatte, lag 3 m unter dem Gipfel und war ein ca 3-5 cm breiter Grad, auf dem ich so eben stehen konnte. Ansonsten war ab da nur noch glatter Fels ohne Griffmöglichteiten (für nen Anfänger wie mich zumindest
Da half nix, ich musste bis nach ganz oben, sonst wäre ich nicht zufrieden gewesen. Also habe ich mich kurzer Hand das letzte Stück am Seil hoch gezogen :-p bis ich dann endlich oben war. Diese Aktion hat mich zwar den ein oder anderen Kratzer an Armen und Beinen gekostet, aber das war es auf jeden Fall wert
Von oben gabs dann nur noch einen Weg nach unten; ABSEILEN
Zum Schluss noch das obligatorische Gruppenfoto
War ne super Aktion. Werde ich auf jeden Fall noch mal machen, vielleicht sogar jede Woche
Wir sind dann zusammen mit den Kolumbianern wieder am Fluss entlang zur Uni zurückgegangen. Wenn das kein gelungener Abschluss ist, dann weis ich auch nicht mehr weiter